Eins und eins macht eins?

Wenn Wörter zusammenfinden

Hallo Frollegen! Möchte man munter rufen. Wollen wir uns zu einem Brunch im Motel verabreden? Das kann doch nicht abseits der Netiquette sein. Oder seid ihr Hacktivisten?

Wo Brangelina ihre Kinder durch die Weltgeschichte schleifen, Bennifer schon lange kein Thema mehr sind und Justifer einen neuen Hype ausrufen, steht doch nun wirklich mal die Frage im Raum: Wie sinnvoll ist es, Wörter zu fusionieren? Einerseits: Wir sparen Zeit, Tinte und Papier. Wir gewinnen neue Wörter hinzu. Und können uns ab und zu über diese Schöpfungen amüsieren. Bromance macht‘s vor – hach, gibt es ein schöneres Wort für eine innige Männerfreundschaft?

Dann aber andererseits: Brauchen wir sie überhaupt? Und viel wichtiger: Verbessern die neu gewonnenen Wörter die Qualität des Sprachschatzes oder vermiesen sie ihn eher? Denn, nicht nur die eigenen Ohren gruselt‘s, sprach da gerade doch wirklich einer noch von seinem Schlepptop. Und viel schlimmer noch, greift die Konstruktion von Kofferwörtern (so der Fachausdruck, wie Wikipedia natürlich weiß) doch gerade in der Friseurszunft in besorgniserregendem Ausmaß um sich. Wer ist noch nicht an einem Laden vorbei gelaufen, der sich Atmosphair, HaarCore oder Bellhair nannte?

Auch, wenn diese vielleicht nicht im allerstrengsten Sinne die Kofferwörtergefolgschaft antreten, kann doch nicht bezweifelt werden, dass die Wortfusionierung hier beängstigende Züge erreicht hat. Warum das vor allem die Friseure betrifft? Da lässt sich nur auf Herdentrieb oder eine Namensfindungskampagne der Innung tippen.

Doch so lange wir Pestern (oder Ossach?) genossen haben, uns über Weihnukka amüsieren und mit einem gewissen Interesse verfolgen, wie TomKat ihrer Wenig-Jährigen ein neues Paar High Heels kaufen – vielleicht sollten wir die guten Wörter einsammeln und vor den miesen tapfer die Augen verschließen.

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