Mensch ist Wort

Wer buhrowt, klebert nicht

Wir können hartzen oder riestern. Es wird gestoibert, gemerkelt und geschrödert. Nur beim wulffen oder guttenbergen sollte man sich besser nicht erwischen lassen.

Die Verwortung unserer Volksvertreter ist kein neues Phänomen, aber eines mit mitunter beachtlicher Dynamik. So schafften es das Hartzen und Riestern bereits in den Duden, der Ex-Verteidigungsminister und seine Ich-muss-ja-nicht-alles-selbst-schreiben-Doktorarbeit 2011 mit „guttenbergen“ bei der Wahl der Wörter des Jahres immerhin auf einen beachtlichen siebten und beim Langenscheidt-Jugendwort auf den dritten Platz. Da stört es auch nicht, dass das Röslern und Wowereiten nicht wirklich verfangen konnten.

Doch so verbreitet dieser Trend bei Politikernamen ist, schien er in anderen Branchen bislang die Ausnahme zu sein. Das Wallraffen etwa ist eigentlich eine schwedische Schöpfung, das Grassifizieren schien eher ein Nischenprodukt des Offener Brief-Generators. Doch dann, im lokalen Tagesblatt, kam es ganz selbstverständlich daher: Der ZDF-Moderator Zamperoni, stand da, der „buhrowt zu sehr und klebert zu wenig“. Einmaliges Wortspiel oder neuer Trend? Werden Hollywood-Stars in deutschen Fernsehshows jetzt öfters gelanzt? Könnten unsere Fußballhelden auch mal ein bisschen ibrahimovicen? Und wie wäre es, wenn das deutsche Schulessen etwas aufgelafert würde?

Wörter kann man doch eigentlich nie genug haben. Sicher, auch das eigene Auge rollt gerne mal gen Himmel, wenn das Wortspiel zum Exzess wird. Aber die meisten sortieren sich eh von selbst wieder aus. Manche kann man in der Tat gut gebrauchen. Ein paar wenige sind wirklich für ein Schmunzeln gut. Und der Rest wird einfach abgevettelt.

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