Revolution bei Duden

Endlich kann man auch online nachschlagen.

Es gibt Dinge, auf die man aufhört zu warten. Dass die Queen ihren Sohn auf den Thron schubst. Dass es nur ein Ladegerät für alle Handys gibt. Oder eben: Dass der Duden endlich online verfügbar ist. Viel zu lange hatte der Dudenverlag damit gewartet, den gelben Wälzer ins Internet und damit in die Gegenwart zu befördern. Wer ein Wörterbuch brauchte, wusste zwischen Leo und Pons meist schon gar nicht mehr, welches Angebot er ergreifen sollte. Der Duden jedoch bot für all jene, die auf über 900 eng bedruckten Seiten dennoch nicht fanden, was sie finden wollten, nur eine Alternative: Die Duden-Sprachberatung. Eine hilfreiche Institution, ohne Frage, kostenpflichtig zwar, dafür freundlich und kompetent. Aber das durfte doch nicht alles sein?

Nein, das war nicht alles. Zum Glück. Seit zwei Tagen bietet der Dudenverlag ein umfassendes Online-Nachschlagewerk an. Und der erste Kurztest zeigt: Nicht schlecht, ihr Sprachfüchse! Google-like bekomme ich schon während des Eintippens Suchvorschläge. Schaffe ich es trotzdem, ein Wort falsch einzugeben, werden mir Alternativen angeboten. Und das sogar mit einem freundlichen „Oder meinten Sie…“! Habe ich mein Wort gefunden, erhalte ich neben den unvermeidbaren Fakten auch gleich Synonyme, Angebote aus dem Duden-Shop (tippe „Architektur“, erhalte den „Schülerduden Kunst“) und umfangreiche Einblicke in das Thema „Sprachwissen“ mitgeliefert. Manche, leider zu wenige Wörter sind sogar mit Hörbeispielen hinterlegt.

Und, die Verblüffung (Synonyme: Erstaunen, Fassungslosigkeit, Perplexität…) kennt doch jetzt schon keine Grenzen, ein bisschen interaktiv ist der Duden auch: Die Nutzer können sogar eigene Wortvorschläge einreichen. Spätestens jetzt heißt es: Ab in die Lesezeichen damit!

Dass der Dudenverlag in seiner Pressemitteilung zwar immer noch über „kniffelige Sprachthemen“ spricht und einem in der Onlinesuche als Synomym für Portemonnaie erst mal „Portjuchhe“ angeboten wird, zeigt zwar, dass der Duden so vollständig noch nicht in der Neuzeit angekommen ist. Aber dann würde uns doch auch echt was fehlen.

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