Tick, Trick – und Louie

Pfadfinder-Erklärungsversuche für Engländer in Frankreich.

Eigentlich fing ja alles christlich an. Da saßen wir also in der Nähe von Bordeaux mit zwei reizenden Engländern am Tisch und sprachen darüber, dass heute kaum noch einer die richtige Bedeutung christlicher Feiertage kennt. Obwohl wir sie alle fleißig feiern. Und wir dienten gerne als negatives Beispiel mit unserem Staunen über eine Pfingstprozession in Paris. Denn was machten denn da eigentlich die ganzen Pfadfinder, die hinter… Aber Moment – was heißt eigentlich Pfadfinder auf englisch?

Es gibt sie eben doch noch, diese Momente, an denen man gerade mal kein iphone in der Hand und kein Wörterbuch in der Tasche hat. Und da muss man sich anders behelfen. Und wer sind die berühmtesten Pfadfinder in der jüngeren Literaturgeschichte? Klar! Tick, Trick und Track. Und schon hätte die Geschichte weitergehen können. Aber Moment – heißen die auf englisch auch so? Wäre doch zu einfach gewesen. Auch die Formel „Donald Duck’s nephews“ half leider nicht weiter. Und ganz ehrlich: Spätestens jetzt war aus der Geschichte auch die Luft raus.

Doch die Neugier blieb. Und so ergab eine kurze Recherche auf Duckipedia: Die drei Donaldschen Neffen reisen in fast jedem Land unter einem anderen Namen. Für unser nächstes Mahl an der englischen Tafel mitten in Frankreich haben wir uns schon mal Huey, Duey und Louie notiert. Sollten wir einmal in Schweden in die Verlegenheit kommen, drei fiktive Entenneffen als Beispiel zu zitieren, sprechen wir hingegen besser von Knatte, Fnatte und Tjatte. Und die italienischen Freunde kennen die Kleinen vom Verein Fähnlein Fieselschweif unter den Namen Qui, Quo und Qua. Noch nicht genug? Dann finnische, japanische oder auch russische Versionen studieren: Hier!

Was hingegen ein Pfadfinder ist, diese als Jugendlicher in militärisch anmutender Uniform umschriebene Gattung, die gerne im Wald unterwegs ist, fragen unsere englischen Freunde sich wahrscheinlich immer noch.

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